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Steinbacher Straßenfest – Eine Idee wird Tradition
von Kurt Zenglein Quelle: SVS-Aktuell, Doppelausgabe Nr. 35/36 v. 20.07.89
Es war im August 81, als 5 junge Steinbacher - allesamt Mitglieder des SV Steinbach
— nach einem Samstags-Fußballspiel der Jugend - den Entschluss fassten, der
Langeweile gerade zur "Staomischer Kerb" entgegenzuwirken und man beschloss
kurzerhand - ohne sich im geringsten über die Tragweite dieses Beschlusses im Klaren
zu sein - ein Straßenfest "unter der Kastanie" zu veranstalten.
Zeitpunkt dieser Idee ca. 16.00 Uhr MEZ.
Innerhalb kürzester Zeit waren alle Vorbereitungen abgeschlossen, das heißt, die Straße
mit sog. Hütchen etwas abgegrenzt, die Fest-Garnituren, der Grill und die unvermeidliche
Musikanlage aufgebaut und die Einladungsplakate geschrieben und ausgehängt.
Um 17.30 Uhr war praktisch alles bereit zum großen Fest. All´ diese Aktivitäten wurden
Gelegentlich etwas misstrauisch oder auch spöttisch von den Passanten begutachtet.
Von "Blödsinn" bis "verrückt", aber auch "Klasse -endlich mal was los" reichte die Palette
der Bemerkungen. Selbst etwas gespannt auf die Resonanz der Einheimischen waren
die Urheber dieser Veranstaltung - mit Namen Roman Bäckmann, Kurt Hofmann,
Hans- Jürgen Sauer, Peter Bauer und Kurt Zenglein - doch als mit Ferdinand Kampfmann
der allererste Gast erschien, "Ich wor scho im Bett, awwer wie ich die Musik gehört haob,
soi ich nochemol raus, weil ich e Wärschtsche esse will - unn haobt da aach e Bier?"
so seine ersten Worte und so nahm alles seinen Lauf.
Bei günstigster Verpflegung – Bier DM 1.-; Rindswurst DM 1.50; kamen ruck-zuck
so an die 50 Personen und es entwickelte sich eine feucht-fröhliche Stimmung die weit
bis nach Mitternacht reichte und nur wegen Getränkemangel ein jähes Ende fand.
So lustig die Stimmung am Abend noch gewesen war-um-so ernüchterter war das Erwachen.
Es, fehlte nämlich das Wichtigste, die Kasse. Alle Bemühungen zur Auffindung verliefen
ergebnislos, so dass schon mit einem erheblichen Verlust gerechnet wurde, auch wurde
eine Wiederholung dieses Festes in Anbetracht dieser Tatsache ausgeschlossen,
bis - ja bis am Mittag Peter Bauer (Kassier) mit der Kasse unterm Arm angeschlendert kam.
Wahre Jubelstürme erfolgten und fortan war eine Neuauflage des Straßenfestes im
nächsten Jahr keine Frage mehr. Allerdings gestaltete sich die behördliche Genehmigung
- die wegen des größeren Umfangs nötig geworden war- recht schwierig.
So war z. B. der erste polizeiliche Gutachter der Meinung, dass ein Straßenfest an der Stelle
(Kastanie) völlig unmöglich wäre - wegen der Lage in einer Durchgangsstraße - und er
warnte uns vor einer sog. "wilden Veranstaltung". Sein mittlerweile hinzugekommener
Vorgesetzter war jedoch gottlob gegenteiliger Meinung und erkannte den vorgesehenen
Platz als "ideal" an und sagte die Genehmigung zu, somit war und ist das
Steinbacher Straßenfest ab diesem Zeitpunkt fester Bestandteil im örtlichen Gesellschaftsleben
und in Anbetracht des guten Zuspruches nicht mehr wegzudenken.
Zwar bekamen die Veranstalter immer wieder einiges an Bauchschmerzen wegen der
Witterung, doch bis auf die fast schon obligatorischen Regengüsse nach Mitternacht, blieb
man wenigstens von außen bisher trocken, toi! toi! toi!
An dieser Stelle möchte sich der Chronist bei allen Helfern recht herzlich bedanken,
denn ihr unermüdlicher Einsatz gewährleistet allen Besuchern eine gleich bleibende
Ausstattung des Festes. Nicht zuletzt gilt dieser Dank auch allen Besuchern aus Nah u.
Fern, die durch ihr Kommen das Engagement des Vereines für die Förderung der
Geselligkeit in Steinbach belohnen und unterstützen.
Allen Besuchern wünsche ich im Namen des SV Steinbach für das diesjährige Straßenfest
einige frohe und unterhaltsame Stunden in unserem Kreise.
gez. Kurt Zenglein
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